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Wickel und Kompressen

Wickel und Kompressen sind als Alternativbehandlung eine sanfte Methode zur Schmerzlinderung und helfen, Entzündungen einzudämmen. In ihrer Wirksamkeit sind sie sehr ähnlich, die Anwendung erfolgt allerdings etwas unterschiedlich: Wickel werden immer um eine Körperstelle herum gewickelt, eine Auflage wird lediglich auf eine bestimmte Körperregion gelegt. Ein Wickel ist zeitintensiver, eine Kompresse etwas unkomplizierter in der Handhabung.

In diesem Blogbeitrag haben wir Ihnen bereits alles Wissenswerte über Wickel und Auflagen verraten. Hier haben wir nun einige Rezeptbeispiele für Umschläge und Kompressen, die Sie ganz einfach umsetzen können.

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Rezepte für heiße Wickel

Grundanleitung für einen heißen bzw. temperierten Wickel

  1. Das bereits vorbereitete Innentuch in eine kleine Plastiktüte stecken und diese für 2 Minuten in eine zusammengeklappte Wärmflasche (oder zwischen zwei Wärmflaschen) geben.
  2. Sobald das Innentuch ausreichend Hitze gespeichert hat, aus der Tüte nehmen und um die Körperstelle wickeln. Tipp: Bei färbenden Kräutern kann man ein weiteres Tuch verwenden, das verhindert ein Abfärben auf das Außentuch.
  3. Das Innentuch aus der Plastikhülle nehmen und um die gewünschte Körperstelle wickeln.
  4. Das Außentuch dient als letzter Schritt zum Fixieren und Wärmen.
  5. 15 bis 20 Minuten im Liegen einwirken lassen.
  6. Das Innentuch vorsichtig entfernen, und für weitere 10 Minuten die Wärme des Außentuchs nachwirken lassen.

Heißer Bauchwickel mit Kamillentee, Anwendungsbereiche: bei angespanntem Bauch, Magen-Darm-Krämpfen, einer trägen Verdauung, während des Fastens, bei Nervosität und Stress, bei kalten Füßen Vorbereitung des Innentuchs: 2–3 EL des Krauts mit 200 ml heißem Wasser aufgießen. Den Tee etwa 15 Minuten ziehen lassen, abseihen, das Innentuch vollständig eintauchen und gut auswringen.Körperregion: Bauch

Wickel mit Lavendelöl, Anwendungsbereich: bei Husten, Vorbereitung des Innentuchs: Mischen Sie 9 Tropfen Lavendelöl (bei Kindern 5 Tropfen) mit 2 EL Johanniskrautöl. Geben Sie diese Mischung auf das Innentuch. Körperregion: Brust

Heißer Leberwickel mit Schafgarbe, Anwendungsbereiche: zur Anregung der Lebertätigkeit und der Entgiftungsfunktion und zur Aktivierung der Verdauung.
Vorbereitung des Innentuchs: 2–3 EL des Krauts mit 200 ml heißem Wasser aufgießen. Den Tee etwa 15 Minuten ziehen lassen, abseihen, das Innentuch vollständig eintauchen und gut auswringen. Alternativ können Sie auch die Schafgarbe fein mörsern und mit heißem Wasser aufgießen, sodass ein Brei entsteht. Dieser Brei kann dann auf das Innentuch gestrichen werden.
Körperregion: Leber

Heißer Hustenwickel mit Thymian, Anwendungsbereiche: Bei Entzündung der Atemwege, Husten oder Bronchitis, bei Keuchhusten oder Asthma (jedoch nur in Absprache mit dem Arzt), Blasenentzündung, Vorbereitung des Innentuchs: 2–3 EL des Krauts mit 200 ml heißem Wasser aufgießen. Den Tee etwa 15 Minuten ziehen lassen, abseihen, das Innentuch vollständig eintauchen und gut auswringen. Körperregionen: Brust, Unterbauch

Johanniskrautöl-Wickel, Anwendungsbereich: bei Nervenschmerzen, Ischiasbeschwerden, Hexenschuss, Verspannungen, Verbrennungen und Sonnenbrand. Dieser Wickel weicht von der Grundanleitung und üblichen Vorbereitung ab: Das Johanniskrautöl wird direkt an der betroffenen Stelle einmassiert. Die rohe Schafwolle, dann das Baumwolltuch und zum Schluss noch die warme Bettflasche auflegen. Den Wickel zirka 20 Minuten wirken lassen. Nach mehrmaliger Anwendung (zirka zwei Wochen lang jeweils täglich) ist die behandelte Stelle spürbar entspannter. Wichtig: Nach dem Einreiben rund sechs Stunden nicht an die Sonne gehen.

Arnikawickel, Anwendungsbereich: bei Prellungen, Quetschungen oder Gelenkschmerzen. Vorbereitung des Innentuchs: Das Innentuch mit 1 EL Arnikaöl beträufeln oder die Arnika-Latschen-Salbe auftragen. Bei länger bestehenden Schmerzen wird der Wickel übrigens warm angelegt und mehrmals täglich gewechselt, bei akuten Verletzungen hingegen wird er kalt verwendet.

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Rezepte für kalte Wickel

Kalte Wundauflage mit Ringelblume, Anwendungsbereiche: bei Schürfungen und Ausschlägen, Entzündungen der Haut und der Schleimhäute, zur Förderung des Gewebewachstum bei Wundheilung
Das Innentuch in kühlem bis handwarmem Wasser tränken, mit der Ringelblumensalbe bestreichen und um die betroffene Stelle wickeln. Das Außentuch herumwickeln und ca. 10–15 Minuten einwirken lassen.

Fiebersenkende Wadenwickel (kalter, wärmeziehender Wickel), Anwendungsbereich: bei hohem Fieber ab 39 Grad um die Temperatur innerhalb 60–90 Minuten um 1 bis maximal 1, 5 Grad Celsius zu senken.

Zwei Baumwolltücher oder saugfähige Leinentücher werden im lauwarmen (nicht eiskaltem) Wasser getränkt und nicht zu stark ausgewrungen. Zur Fiebersenkung genügt es auch bereits, wenn das Wasser nur 1 Grad niedriger ist als die Temperatur des Fieberpatienten! Das subjektive Kältegefühl des Patienten sollte aber immer berücksichtigt werden. Legen Sie außerdem eine zusätzliche Unterlage aus Handtüchern unter die Unterschenkel, damit das Bett trocken bleibt. Den Wadenwickel um die Unterschenkel, vom Fußgelenk bis zur Kniekehle, beidseitig anlegen. In diesem Fall sollte kein (!) Außentuch gewickelt werden, da dies die Verdunstung behindert. Nach ca. 10 Minuten wird der Wickel abgenommen. Das Innentuch gut durchwaschen und mit Wasser tränken, das wieder ein paar Grad kühler ist als zuvor. Wickel anlegen. Vorgang mehrmals wiederholen.

Achtung: Halten Sie beim Wadenwickel immer die Körpertemperatur unter Kontrolle! Der Wickel sollte vor der Durchwärmung immer erneuert werden. Wenn die Körpertemperatur um einen Grad abgesenkt ist, wird die Anwendung beendet. Außerdem gibt es auch Fälle, in denen Wadenwickel nicht angewendet werden dürfen: Wenn der Patient trotz Fieber kalte Hände und Füße hat, friert oder Schüttelfrost hat (z. B. wenn das Fieber noch steigt). Auch bei akuten Harnwegsinfekten, wie Blasenentzündungen, oder arteriellen Durchblutungsstörungen sollte auf Wadenwickel verzichtet werden.

Rezepte für Kompressen

Grundanleitung für heiße bzw. temperierte Kompressen:

  1. Das bereits vorbereitete Innentuch in eine kleine Plastiktüte stecken und diese für 2 Minuten in eine zusammengeklappte Wärmflasche (oder zwischen zwei Wärmflaschen) geben.
  2. Sobald das Innentuch ausreichend Hitze gespeichert hat, aus der Tüte nehmen und um die Körperstelle wickeln. Tipp: Bei färbenden Kräutern kann man ein weiteres Tuch verwenden, das verhindert ein Abfärben auf das Außentuch.
  3. Das Innentuch aus der Plastikhülle nehmen und auf die gewünschte Körperstelle legen.
  4. Das Außentuch dient als letzter Schritt zum Fixieren und Wärmen.
  5. Die Auflage kann den ganzen Tag bzw. die Nacht über getragen werden.

Auflage mit Eukalyptus, Anwendungsbereich: bei Blasenentzündungen, 9 Tropfen Eukalyptusöl mit 2 EL Johanniskrautöl mischen. Die Mischung auf das Innentuch träufeln, vorwärmen und auf den Unterbauch legen. Mit einem Außentuch bedecken und beliebig lange tragen. Körperregionen: Unterbauch, Blase.

Heiße Kompresse mit Schafgarbe und Eichenrinde, Anwendungsbereich: bei wunden Brustwarzen während der Stillzeit, Vorbereitung des Innentuchs: 2–3 EL des Krauts mit 200 ml heißem Wasser aufgießen. Den Tee etwa 15 Minuten ziehen lassen, abseihen, das Innentuch vollständig eintauchen und gut auswringen. 10-15 Minuten auf den Brustwarzen auflegen (oder so lange es angenehm ist). Körperregion: Brust

 

Quellen und weiterführende Links:
Arnold Achmüller: Wickel, Salben und Tinkturen – Das Kräuterwissen der Bauerndoktoren in den Alpen, Edition Raetia, ISBN 9788872835340
Annegret Sonn: Wickel und Auflagen. Georg Thieme Verlag, 2004, ISBN 3131119128
https://www.walaarzneimittel.de/de/ratgeber-gesundheit/aeussere-anwendungen/wickel-und-auflagen.html

Dieser Blog und die darin enthaltenen Rezepte und Anwendungen wurden nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Die Informationen wurden sorgfältig recherchiert und stammen von Fachleuten sowie anderen Quellen und Büchern. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Für therapeutische Anwendungen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt.