Tiiief einatmen!

Tipps & Tricks

Tiiief einatmen!

Phytotherapeutin Andrea Niederkofler über Viren, ätherische Öle und eine präventive Inhalationskur


Andrea Niederkofler, Tochter von Brigitte und Franz Niederkofler, ist im generationenübergreifenden Familienbetrieb Bergila aufgewachsen. Seit vier Jahren ist die ausgebildete Phytotherapeutin und Aromaexpertin nun aktiv in der Geschäftsleitung und im Marketing des Betriebes tätig und lässt ihre kreativen Ideen mit einfließen. 

In diesem Interview spricht die 30-Jährige darüber, wie wichtig es gerade jetzt, in Zeiten des Coronavirus, ist, die Kraft der Pflanzen für das eigene Wohlbefinden zu nutzen und verrät, wie sie und ihre Familie ihr Immunsystem stärken: mit einer ganz besonderen Inhalationskur.

 

Was passiert beim Inhalieren im Körper?

Vorausgeschickt: Bei Infektionskrankheiten gelangen Keime in unsere Atemwege und greifen dort die Schleimhäute an. Trockene und rissige Schleimhäute sind besonders anfällig für Infekte: Die Härchen in der Nase können Keime im trockenen Zustand nicht mehr gut abtransportieren. Und genau hier hilft uns die Inhalation mit kochendem Wasser, Meersalz und ätherischen Ölen! Der Effekt einer Inhalation ist der, den körpereigenen Schutzmechanismus unserer Atemwege zu fördern und die Reinigungsfunktion zu aktivieren. Die Keime bleiben an dem feuchten Film hängen und werden durch die Flimmerhärchen in Richtung Rachen entfernt. Die Inhalation lindert außerdem trockenen Husten und wirkt durch die ätherischen Öle gegen Bakterien und Viren. Es ist zudem so, dass Coronaviren bei Temperaturen über 60° großteils nicht mehr überlebensfähig sind. Das heißt, die Hitze ist ein Feind der Viren.

 

Wie genau funktioniert eure Inhalationskur?



Die Bergila-Inhalationskur ist ganz einfach – lediglich drei Zutaten werden dafür benötigt: kochend heißes Wasser, 2-3 EL Meersalz und ein ätherisches Öl, das in den Atemwegen wie ein „Rohrputzer“ wirkt und den reinigenden Effekt zusätzlich verstärkt.
Man gibt das ätherisches Öl und das Salz in eine Schüssel oder einen Topf mit dem heißen Wasser und atmet den aufsteigenden Dampf dabei ein – am besten ein Handtuch über den Kopf oder um Mund und Nase legen! Dabei kann jeder für sich entscheiden, wie lange er/sie inhalieren möchte – optimal wären 10 Minuten.
Neben der klassischen Art der Dampfinhalation können auch Inhalationsgeräte mit Vernebler-Funktion verwendet werden. Diese sind aber meist sehr kostenintensiv und der Einsatz von ätherischen Ölen ist oft gar nicht möglich, weil eingebaute Teile des Geräts kaputt werden können.

 

Welche Öle eignen sich besonders gut für die Inhalation?

 

Vor allem Kiefernöle, wie die der Weißtanne, Zirbelkiefer, Latschenkiefer oder der Fichte – die in den Pflanzen enthaltenden Monoterpene wirken besonders gut gegen Viren und Keime. Aber auch Zitrusöle eignen sich hervorragend, z. B. das ätherische Öl der Zitrone. Auch Rosmarinöl ist ideal.

 

Worauf muss man beim Inhalieren generell achten?

 

Grundsätzlich sollte auf die Dosierung der ätherischen Öle geachtet werden: Es reichen bereits wenige Tropfen für eine Inhalation. Man bedenke: Ein Tropfen eines Öls ist eine beachtliche Menge an Frischkraut! Deshalb werden ätherische Öle generell sehr sparsam verwendet, um die Schleimhäute nicht zu reizen. Für 2 Liter Wasser reichen demnach 1-2 Tropfen des ätherischen Öls vollkommen aus.

 

Gibt es Personen, für die die Inhalationskur nicht geeignet ist? Welche Alternativen gibt es dann?

 

Empfindliche Patienten mit Atemwegsbeschwerden, z. B. Asthmapatienten, sollten das Vorhaben besser mit dem Arzt des Vertrauens abklären. Kleinkinder sollten auf die Inhalation mit heißem Wasser eher verzichten – bei ihnen ist die Variante der Raumbeduftung über die Duftlampe vorzuziehen. So meidet man die Gefahr mit dem heißem Wasser. Außerdem lieben Kinder den Duft der Zitrusfrüchte (Zitrone und Orange) im Raum! Grundsätzlich sollte eine Inhalation erst ab einem Alter von 5-6 Jahren angewandt werden. 

 

Wie schützt ihr euch innerhalb der Familie denn vor viralen Infekten? 

 

Wir schützen uns mit verschiedenen phytotherapeutischen Präparaten, zum Beispiel mit Tinkturen. Viele Pflanzen haben starke antivirale Eigenschaften, die wir uns zunutze machen. Die Tinkturen der Blutwurz und der Echinacea-Propolis beispielsweise stärken das Immunsystem und bieten einen natürlichen Schutz vor Viren.
Eine einfache Anwendung für unser Heim ist der Einsatz ätherischer Öle in der Duftlampe. Wir beduften v. a. die Räume, in denen wir uns viel aufhalten mit ätherischen Ölen, zum Beispiel dem der Zitrone, der Weißtanne oder der Zirbelkiefer. Hierbei reichen für ein kleines Zimmer 5 Tropfen des Öls in der Duftlampe aus. Zudem inhalieren wir fleißig jeden Tag.

 

Welche Tipps kannst du euren Kunden sonst noch mit auf den Weg geben?

 

Positiv denken, sich an den schönen Dingen des Lebens erfreuen und dankbar für sie sein – es sind so viele! Und: die Kraft der Natur nutzen. Dann wird alles gut!  



Dieser Blogbeitrag und die darin enthaltenen Tipps und Anwendungen wurden nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Für therapeutische Anwendungen und medizinische Informationen konsultieren Sie bitte ihren Arzt.

 

Diese Blogbeiträge könnten Sie auch interessieren:


Share